Immer mehr Leute wollen manchmal oder häufig über andere Personen sprechen, ohne diese einer der beiden traditionellen Geschlechtskategorien zuzuordnen. Auf Deutsch ist das in vieler Hinsicht schwieriger als in anderen Sprachen wie Englisch, Schwedisch oder Chinesisch. Als schriftsprachliche Lösung wird z.B. das Gender-Sternchen („Bürger*innen“) praktiziert, aber das löst das Problem nicht in allen Fällen und führt zu einer zusätzlichen Hürde bei dem Übergang von geschriebener zu gesprochener Sprache.

Auf dieser Webseite wird das De-Le-System vorgestellt, das darauf abzielt, leicht aussprechbare geschlechtsneutrale Wörter in die deutsche Sprache zu integrieren. Aufgrund der starken Verankerung von geschlechtsbasierten Kategorien in der deutschen Grammatik ist dies nur durch die Schaffung eines neuen grammatikalischen Genus möglich, das anders als das Maskulinum und das Femininum keinen Bezug zu einem der beiden traditionellen Geschlechter hat, und anders als das Neutrum nicht den Eindruck erwecken kann, dass die genannte Person als Sache dargestellt wird.

Dieses neue geschlechtsneutrale Genus zeichnet sich durch den bestimmten Artikel de (zusätzlich zu der, die, das) und durch das Pronomen le (zusätzlich zu er, sie, es) aus – daher auch der Name De-Le-System. Geschlechtsneutrale Substantive können durch die Endung -e gebildet werden, z.B. de Bürgere.

Das De-Le-System erweitert die deutsche Sprache um neue Ausdrucksmöglichkeiten und schafft dadurch mehr sprachliche Flexibilität. Die traditionellen geschlechtsspezifischen Ausdrücke wie die Bürgerin und der Bürger bleiben dabei natürlich Teil der Sprache.

Für eine Kurzübersicht über das De-Le-System gibt es den De-Le-Spickzettel.

Zur Veranschaulichung des De-Le-Systems an einem Beispielstext gibt es eine geschlechtsneutrale Version von Rotkäppchen.

Eine ausführliche Begründung und detaillierte Beschreibung des De-Le-Systems findet sich auf den folgenden Seiten

Das De-Le-System wurde durch einen Artikel auf queer.de am 3. Februar 2019 publik gemacht. Infos zur Entstehung des De-Le-Systems finden sich hier.

Für Personen, die die Idee geschlechtsneutraler Sprache gut finden und sich gerne über Details dazu mit anderen daran Interessierten austauschen wollen, gibt es die Facebook-Gruppe Geschlechtsneutrales Deutsch.

Zurzeit experimentiere ich mit einer Variante des De-Le-Systems, die einige Probleme des ursprünglichen De-Le-Systems beseitigt. Ich nenne diese Variante Ir-De-Le-System.

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